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Wieso ich Liegefahrräder baue

Als gewissenhafter Architekt möchte ich nachhaltig planen, damit im Ergebnis liebenswerte Quartiere entstehen können. Extrem hartnäckig blockieren leider Wirtschaftlichkeitszwänge den Blick auf gemeinschaftliches Bauen in Augenhöhe. Hierfür generiere ich die notwendigen Ideen, um endlich überlieferte Hierarchiegewohnheiten abstreifen zu können und präge den Slogan, „Bauen ist der Schlüssel in eine glückliche Zukunft“.

Kritische Meinungen, wie „Bauen als Umweltsünde“ oder „seelenlose Architektur“ prägten bereits die 80-er Jahre. Energiesparen wurde zum Volkssport und die Leute begannen ihre Häuser besser zu dämmen. Endgültig nach Tschernobyl sagte ich mir, dass ein nachhaltiger Energielevel nur dann zu erreichen ist, wenn wir u.a. die bisherigen Abstandsbedingungen beim Pendeln zwischen Wohnen und Arbeiten überdenken. Viele Mobilitätsgewohnheiten sind vor allem in unseren ländlichen Siedlungen ungelöst, weil glaubhafte Perspektiven zur nachhaltigen Mobilität fehlen. Mir schwebt für Flächenregionen eine Huckepacklösung im ÖPNV mit Ultraleichtfahrzeugen in der Bahn vor.

In dieser Logik konzentrierte ich mich zunächst einmal auf das energetischste Fortbewegungsmittel überhaupt, nämlich das klassische Fahrrad. Viele der praktischen Argumente die normalerweise für ein Auto sprechen, wollte ich irgendwie auf das eigentlich bereits schon geniale Zweirad übertragen. Meiner Meinung nach können für einen besseren Alltagsgebrauch auch körperbetriebene Gefährte wetterfest überdacht, stromlinienförmig und verschließbar ausgebildet werden. Also überarbeitete ich die Lenkgeometrie und machte mich mit Hilfe diverser selbst gebauter Prototypen mit der Materie vertraut.

Der besseren Akzeptanz zuliebe wollte ich möglichst pfiffige Leichtgewichtvehikel mit hübscher Umhüllung anregen, die sich dann im Verkehrsverbund für eine Bahnverladung eignen. Deshalb musste ich kompakter werden und eine tiefere Sitzposition erreichen, zumal eigentlich jeder ohnehin lieber bequem im Sitz, als auf einem Hocker fährt. Das ich mich zudem dann auch noch an eine andere Lenkung herangewagt hatte, ist der Überlegung geschuldet, dass sich bei stuhlhoher Fahrerposition automatisch die Lenkgeometrie sensibel anders verhält.

So erfand ich die Weltneuheit „Hecklenker“, die anders lenkt, aber allen Unkenrufen zum Trotz tatsächlich funktioniert.

Relaxte Radtour mit dem KALLE-3f

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